Und der Gewinner lautet: Apple!

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Wenn man bisher auf seinem Mac ein Programm aus dem Internet heruntergeladen hat, dann wurde man beim 1. Start gefragt, ob man sicher ist, das Programm starten zu wollen. Insofern: von der Sicherheit her alles bestens - der Anwender wird gewarnt und kann selber entscheiden.

Seit Mountain Lion (MacOS X 10.8) hat Apple den Gatekeeper integriert: dadurch kann der Anwender einstellen, ob a.) nur Programme aus dem AppStore, b.) Programme aus dem AppStore und von identifizierten Entwicklern oder c.) alle Programme erlaubt sind.

Der Anwender freut sich da natürlich und sagt: super, mein Apple-Rechner ist jetzt noch sicherer. Tatsächlich?

Es war - wie oben beschrieben - auch schon vorher so, daß der Anwender beim 1. Start gefragt wurde. Der Vorteil jetzt allerdings: man muss nur einmal etwas einstellen. Aber:

1.) Apple behauptet zwar, die Programme in den App Stores zu prüfen - diese Prüfung ist aber überwiegend eher oberflächlich. Ansonsten wäre das viel zu personal-intensiv. Und natürlich nach Apples Kriterien - was durchaus manchmal auch einen Touch von Zensur hat.

2.) Zumindest beim "iOS App Store" hat Apple bisher selbst dann nicht Programme gelöscht, wenn ihnen von vielen Seiten ein Mißbrauch (z.B. Daten-Diebstahl) mitgeteilt wurde. Erst durch sehr zahlreiche Proteste und Presse hat Apple dann reagiert. Umsatz hat Vorrang!

3.) Identifizierte Entwickler klingt ja gut, aber: wir sind seit zig Jahren identifizierte Entwickler. Dürfen aber die für den Gatekeeper notwendige "Developer ID" nicht nutzen - erst wenn man 79 Euro pro Jahr zahlt, ist man ein identifizierter Entwickler!

Wenn man bedenkt, daß beim "iOS App Store" von 650.000 Apps 400.000 noch nie (!) heruntergeladen wurden, dann kann man sich den neuen Umsatz vorstellen, der durch den 3. Punkt entsteht.

Und was Daten-Mißbrauch angeht: in den iCloud-Nutzungsbedingungen steht, daß Apple sich das Recht vorbehält, alle übertragenen Daten zu nutzen bzw. an Dritte weiterzugeben.

Und zum Schluß: im Gegensatz zu Apple legen wir großen Wert darauf, daß unsere Programme möglichst abwärts kompatibel sind (z.B. durch Kompatibilität mit MacOS X 10.4) und unsere Anwender nicht "andauernd" neue Rechner und Betriebssysteme kaufen müssen. Um aber CodeSigning - die Voraussetzung für Gatekepper - überhaupt nutzen zu können, muss ein Programm mindestens 10.7 voraussetzen.

Stichwörter: apple, gatekepper, icloud, sicherheit


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